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Die Blockade Leningrads

8. September 1941 - 27. Januar 1944


Die 900 Tage andauernde Belagerung Leningrads durch die Deutsche Wehrmacht brachte fast einer Million Menschen den Tod durch Beschuss, Krankheit und Hunger.


Augenzeugen berichten:

"Mit mir im selben Haus wohnte eine junge Frau mit Zwillingen. Schon im ersten Blockadewinter lagen beide im Sterben. Auch sie selbst hatte nicht mehr lange zu leben. Sie war zu schwach, einsam und verlassen. Und dann fasste sie eines Tages einen Entschluss. Ich weiß nicht, wie man es nennen kann, aber es fehlen in der menschlichen Sprache dafür die Worte. Sie hatte erkannt, dass sie nicht beide Söhne retten kann. Also hörte sie auf, den einen ihrer Söhne zu füttern. Er starb. Aber der zweite überstand diese Zeit. Ich habe ihn gestern gesehen, wie er im Hof ging. Ein dürres, blasses Kind, mit leeren, traurigen Augen. Aber am Leben!"

Aus Wladimir Karpow: Russland im Krieg, Schweizer Verlagshaus, Zürich 1988.
Hier zitiert nach dem Leserbrief von Joachim Augustin in RotFuchs Nr. 255, 2019-04, Seite 33.


"Und ich habe meine Erfahrung in Leningrad gemacht als 16-Jähriger, wo ich gesehen habe, wie die Blockade gewirkt hat, und wo mir ein Mann ohne Bein über die Haare strich: 'Das wart ihr Deutschen, aber du bist nicht daran schuld.'"

Horst Messerschmidt in der TV-Sendung "Brandenburg Aktuell" des rbb vom 8. Mai 2019.


Und nun frage ich Dich:

"Meinst Du, die Russen wollen Krieg?"




Last modified: 2019-05-09 Nach oben