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System Change not Climate Change

Systemwechsel statt Klimawandel


"Das enttäuschende Gerangel um den Klimaschutz lässt an der grundsätzlichen Fähigkeit unseres politischen Systems zu langfristigen Entscheidungen zweifeln."
Hans-Arthur Marsiske auf heise.de am 2019-12-15

Quelle: Marsiske: Starke KI in der Rüstung

 

Aus einem Gespräch der Zeitung "junge Welt" mit Patrik Köbele, Vorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP)

"Frage: Müsste nicht vielmehr mit dem Wachstumsglauben gebrochen werden?
Da bin ich zwiegespalten. Auf der Welt gibt es viele Völker, die Wachstum noch brauchen. Wir können uns nicht hinstellen und denen Verzicht predigen, die über Jahrhunderte durch koloniale und neokoloniale Ausbeutungsmechanismen an der Entwicklung gehindert wurden. Insofern werden wir im Weltmaßstab sogar noch mehr Energie, noch mehr Mobilität brauchen. Aber das kann man nicht einem System überlassen, das allein auf Profit orientiert ist und die Konkurrenz zwischen den Nationen braucht. Vielmehr müssen wir den Kapitalismus überwinden, weil der den Ausweg aus der Krise blockiert."

Quelle: junge Welt vom 2019-12-14, S. 2

 

"Wir können nicht länger warten, wir sind die letzte Generation, die noch effektiv die Folgen der ökologischen Katastrophe abmildern kann. In den nächsten Jahren haben wir die Chance, relativ viel zu bewirken. Unsere Möglichkeiten werden aber schnell abnehmen. Und je länger wir uns konform zum aktuellen Wirtschaftssystem verhalten, je länger wir stillhalten und nichts tun, je länger wir uns halb gare politische Lösungen vorsetzen lassen, umso schwieriger wird es, etwas gegen das Überschreiten der Kipppunkte im Klimasystem zu tun. Bis es irgendwann zu spät ist ...

Viele Menschen denken, dass ziviler Ungehorsam ein Problem darstellt, weil er Aufruhr verursacht und die Ordnung stört. Wir leben in Zeiten, in denen die Ordnung, die wir haben, falsch und zerstörerisch ist.

Sie muss gestört werden, weil sonst Menschen sterben. Weil wir sonst zulassen, dass das System mit seinem Glauben an stetiges Wachstum uns etwas raubt, das unglaublich kostbar und unwiederbringlich ist. Weil sie nicht freiwillig damit aufhören werden. Und weil wir nicht hinnehmen können, dass das System dazu führt, dass die Mehrheit im Namen der Ordnung bestohlen, belogen und unterdrückt wird.

Wir müssen es nur endlich auch tun, statt weiter zu hoffen, dass wir unser Recht und unsere Zukunft schon bekommen werden, wenn wir es denen, die jetzt noch an der Macht sind, nur recht machen.

Der zivile Gehorsam ist das Problem, nicht der zivile Ungehorsam. Lasst uns handeln, statt zu hoffen."

Quelle: Carola Rackete: "Handeln statt Hoffen: Aufruf an die letzte Generation", Droemer Verlag, München 2019, S. 159/160



Last modified: 2020-02-03 Nach oben