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LP auf CD - so geht's


4.1.5. Schallplatten waschen mit WD-40

Eine weitere Alternative zum Waschen von Schallplatten - von mir nicht getestet - beschreibt Daniel Egner auf seiner Website:

         danielegner.de/vinyls-mit-wd40-reinigen


Zu dieser Anleitung erhielt ich im November 2012 per E-Mail folgenden Erfahrungsbericht von Hubert Lahme:

"Ich möchte mir jetzt die Mühe machen, meine 'Kollegen', die sich mit dem Gedanken um die Verwendung von WD40 herumtragen, vor sehr vielem Frust zu bewahren.

Es begann vor nicht ganz zwei Jahren als ich begann, mich auf mein späteres Dasein als Rentner vorzubereiten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich bei Ebay einen Lenco L75 ersteigert, den ich mit Hilfe diverser Komponenten an den Computer anschließen wollte. In dieser Testphase fiel mir dann auch eine LP aus den frühen 60ern in die Hände - eben ein wertvolles Stück, das bei Musicstack um die 100 Euronen gehandelt wird. Während der besagten Testphase geriet ich auch auf die Seite von Daniel Legner, der die Reinigung mit DW40 empfiehlt und auch heute noch weiterhin propagiert. Ich habe auch noch die anderen Stimmen im Ohr, die mich vor der WD40-Anwendung gewarnt haben. Die Strafe folgte dann auch, wie meist in frühen Kindheitstagen, auf dem Fuß. Statt dem reinen klaren Klang des Vinyls sonderte die Platte nur noch gedämpfte Schwingungen ab. Die so behandelte Platte war somit ein Kandidat für Plattenwaschmaschine geworden. Nun, mein Dasein als Rentner begann aber erst vor wenigen Monaten und die Erlebnisse aus der frühen Testplatte gerieten somit in Vergessenheit. Seit einigen Wochen bin ich nun dabei, meine Musiksammlung zu ordnen, im Computer zu erfassen und fehlende Stücke zu digitalisieren. Gestern bekam ich nun das damalige Testobjekt wieder in meine Hände. Oh, welch ein Graus, statt lupenreiner Musik sonderte die Platte nur noch ein prasselndes Feuerwerk ab, so wie als wenn jemand die Platte mit feinem Sandpapier bearbeitet hätte. Eine Reinigung mit der üblich Mischung aus Isopropanol, Aqua-Destilata und Filmbenetzer brachte keine Besserung. Nass abspielen - keine Besserung! Oh weh, die Platte ist ruiniert! Mit der Lupe die Rillen betrachtet - vielleicht hab' ich ja doch mit normalem Wasser gereinigt und Kalkrückstände haben sich in den Rillen verewigt? Also Zitronensäure ?! Aber auch dieser Versuch brachte keine Besserung - tröstlich war in diesem Zusammenhang aber auch die Tatsache, dass keine Verschlechterung eintrat. Also die Platte war hin. In den USA lag eine Kopie des Objektes meiner Begierde - für 99 EUR, Preis zu hoch - Entscheidung vertagt. Dann hab' ich mir die ersten Testaufnahmen aus 2010, wo ich mit der RIAA-Kennlinie experimentiert habe, noch einmal angehört - Mann, die waren doch glasklar! Und jetzt? Die Episode, in der ich die Platte einer DW40 -Behandlung unterzogen hatte, war schon in Vergessenheit geraten, bis im Gespräch mit meiner Frau, der Groschen (alter Anhänger der DM) fiel. Mit purem Isopropanol hab' ich den ersten Track der LP bearbeitet, immer wieder abgetrocknet, um danach erneut den Alkohol mit der Samtbürste in die Rillen einzuarbeiten. Nach 30 Minuten ein Testversuch - glasklarer Klang. Das ging runter wie Öl - der Ami kann seine Platte behalten und ich meine 99 Euro. Jede Seite der LP habe ich nun gemäß der erprobten Prozedur mit reinstem Alkohol versorgt, bei dem Stundenlohn - ich hatte ja schließlich 99 Euro gespart - war das kein Problem. Die Platte habe ich nun digital konserviert und WD40 ist für mich eine hoffentlich bald vergessene Episode, vor der ich aber potentielle Benutzer nun eindringlichst warnen will ...

mfg H.Lahme"


Anmerkung:

Daniel Egner hat inzwischen vom Hersteller von WD-40 dessen Verträglichkeit mit Vinyl bestätigt bekommen (siehe Link oben) und ist weiterhin von seinem Verfahren überzeugt.
Moral von der Geschicht': Man teste jegliche LP-Reinigungsverfahren zunächst an Platten, deren Verlust man notfalls verschmerzen kann.
(ei 2013-02-03)






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