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LP auf CD - so geht's


4.2.1. Anschluss des Plattenspielers an den PC - analog über Line-IN

Da das Anschließen des Plattenspielers an die Soundkarte noch häufig Probleme zu bereiten scheint - diverse Anfragen per E-Mail und im Usenet beweisen das - sei hier kurz erläutert, was es zu beachten gilt. Gegenstand ist die Zuführung des analogen Audio-Signals vom Plattenspieler zum analogen Eingang Line-IN der Soundkarte. (Eine Variante zur Nutzung des Digital-Eingangs der Soundkarte - falls vorhanden - wird im speziellen Tipp "Aufnehmen mit externen A/D-Wandlern" beschrieben.)

Grundsätzlich kann das Signal so, wie es vom magnetischen Abtastsystem des Plattenspielers kommt, nicht direkt an den Line-IN-Eingang der Soundkarte gelegt werden. Tut man es doch, klingt's scheußlich, da das Signal technisch bedingt frequenzverzerrt ist (Höhen stark angehoben, Bässe bedämpft). Notwendig ist ein sogenannter Entzerrervorverstärker (RIAA-Entzerrer) zwischen Abtastsystem und Soundkarte, der den Frequenzgang wieder korrigiert.

In der Praxis gibt es drei Möglichkeiten, um den Entzerrervorverstärker einzuschleifen:

  1. Nutzung eines Plattenspielers mit integriertem Entzerrervorverstärker
  2. Nutzung des Phono-Eingangs der Stereoanlage
  3. Nutzung eines separaten externen Entzerrervorverstärkers


Ad 1. Nutzung eines Plattenspielers mit integriertem Entzerrervorverstärker

... die einfachste Lösung. Neuerdings werden wieder öfter Plattenspieler mit integriertem Entzerrervorverstärker angeboten. Der Plattenspieler kann direkt an die Soundkarte (Line-IN) angeschlossen werden. Passen die Kabel bzw. Steckverbinder nicht zusammen, besorgt man sich im Fachhandel einen passenden Adapterstecker oder ein passendes Adapterkabel (z.B. von Cinch auf Klinke). Dabei bitte darauf achten, daß der Adapter stereofähig ist.

Inzwischen gibt es auch Plattenspieler mit integriertem Entzerrervorverstärker und USB-Anschluss, was hinsichtlich des Anschlusses an den PC optimal ist. Über die Qualität dieser Geräte kann ich mangels eigener Erfahrungen nichts sagen. Vor dem Kauf sollte man sich - wie immer - schlau machen, z. B. im Usenet (vgl. Abschnitt 5.6).



Ad 2. Nutzung des Phono-Eingangs der Stereoanlage

Der Phono-Eingang eines Stereoverstärkers oder -receivers beinhaltet üblicherweise einen Entzerrervorverstärker (obwohl es auch andere gibt!). Der Anschluss erfolgt gemäß folgender Abbildung:


Anschluss über Stereoanlage

Quelle: c't 1998 Heft 21, Seite 122

Ist die Stereoanlage nicht schutzgeerdet (kein Schuko-Stecker), kann auf die Trennübertrager verzichtet werden.



Ad 3. Nutzung eines separaten externen analogen Entzerrervorverstärkers

In diesem Fall schließt man die Geräte wie folgt zusammen:


Anschluss über externen Preamp

Quelle: c't 1998 Heft 21, Seite 122



Solche externen Entzerrer-Vorverstärker (auch Phono-Preamps genannt) gibt es z. B. im Elektronik-Versandhandel.
Weitere Informationen siehe auch hier:

http://www.phonophono.de/Yphono_pre.php3

http://www.fl-electronic.de/analog/ezv.html


Besonders hervorzuheben ist vielleicht der PhonoPreAmp iVinyl von TERRATEC, der über eine USB-Schnittstelle an den PC angeschlossen werden kann.

Ich persönlich habe keine Erfahrungen mit externen Entzerrervorverstärkern und kann deshalb keine Empfehlung für ein bestimmtes Modell abgeben.

In der Zeitschrift c't 13/2002, S. 224 ist eine Bauanleitung für einen qualitativ hochwertigen RIAA-Entzerrer enthalten. Den Beitrag gibt es auch online: http://www.heise.de/ct/02/13/224/default.shtml



Hinweise

1. Ausführlich erläutert ist die Problematik des Anschlusses des Plattenspielers an den PC im Heft 21/1998 der c't, Beschaffungsmöglichkeiten siehe Literatur.

2. Es gibt auch die Möglichkeit, das Signal nach der Aufnahme per Software zu entzerren. WavePurity zum Beispiel (siehe Abschnitt 3.3.1.) bietet hierzu ein separat zu erwerbendes RIAA Plugin auf seiner Homepage an einschl. einer DEMO-Version. Ich habe das Plugin nie ausprobiert und kann deshalb nichts über dessen Qualität sagen.


Die Wiedergabe der Abbildungen erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Heise Verlages. Die kommerzielle Verwendung und Weitergabe ist nicht gestattet.


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